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Fünfzehn Jahre Kilbi hat es gedauert, um die guten Geister des Bad Bonn zu Gesicht zu bekommen. Nach ClubKonzerten kommt es vor, dass man sie hört oder spürt, nun ehrt sie unser Grafikteam und zeichnet den Anführer als Festivallogo.

Auch im Jahre Einsteins ist uns die revolutionäre Festivalidee nicht begegnet. Ein Blick in den Openairkalender liefert den Beweis, wir sind nicht die Einzigen. Es gibt höchstens ein paar mehr davon. Die grossen Stars können wir uns nach wie vor nicht leisten, und die, die sich so fühlen, mögen wir nicht leiden. Wir fahren fort und setzen auf musikalische Experimente und unbequeme Inhalte. Ein bisschen extrem muss es schon tönen, um dem Publikum bleibende Erinnerungen mitzugeben und Reaktionen zu entfachen, die sich womöglich in Form besserer Tracklists auf den iPods äussert. Besser vernetzt als nie!

Auf dem Programm stehen siebenundzwanzig Bandnamen. Mehr dazu erfährt ihr in diesem Büchlein aus den inspirierenden Texten von maex. Hip Hop, Orgel-Tronik, Free Jazz, OrchesterIndie, Mprkrch, Electro Trash, Traumpop, Industrial-Metal, so lautet die Stilvielfalt. Das ganze vermischt DER ADAPTER in den Konzertpausen zu einem einheitlichen Ohrenspektakel. Höhepunkte gibt es einige, und sie sind schön gleichmässig auf die drei Tage verteilt: Schon im Fronttext ZU (auch das ist wieder einer) nennen sind vor allem die friedliebende kanadische Grossformation BROKEN SOCIAL SCENE, unser Feriengast CAT POWER, 13&GOD mit Kilbidauerbrenner Console, die belgischen Partytiger VIVE LA FETE, KARL BARTOS, ein Kraftwerk kommt manchmal allein, und vor allem der „Godfather Of Noyze“: RAHZEL mit DJ JS1 und dem Supergast MIKE PATTON. Zur grossen Freude unseres Raperators und Ansagers MC KUTTI. Etwa sogar noch eine Freestylesession...beeeeerndeuuuutsch vs. Bronx.

Der abschliessende Tanz der Vampire wird fett. Christoph ein befreundeter Liebmensch aus Berlin, bewegt mit seinen Brockenhausvinylsingles nicht nur funksüchtige, blutrünstige Mosquitos zum Tanze. Ob Reggae, Hip Hop, Funk oder Soul, die Kilbifinissage wird wahrscheinlich wieder zu einem waghalsigen Steckerzieher für den Feierabendverantwortlichen! Ich tanze lieber, oder hast du das letzte mal geschwitzt auf der Tanzfläche?

Die von biertrinkenden Feierabendfussballern gegründete, von Weithergereisten entdeckte und verrückten Senslern geliebte Kilbi darf auch an Neueinsteiger und weniger musikmagazinbelesene Besserszenies empfohlen werden. Es gibt zwar keine diletantischen Pausenjongleure zu bemitleiden, aber genügend Freiraum, um sich dem Beobachten, der bequemsten Form des Denkens zu widmen. Wir geben unseren Freiraum den Musikern, und der endet in der Kunst. Unsere Kunst ist es, nicht künstlich zu sein, sondern menschlich zu bleiben. Für unsere einhundertdreissig treuen, grossartigen und umsonstarbeitenden Helfer, für unser ebenso treues Publikum, die interessierten Medienpartner, die grosszügigen Sponsoren und Nachbarn und unser Dorf Düdingen mit seinen Sehenswürdigkeiten.

Bad Bonn is like over the ocean, lasst euch B-Geistern und viel Spass am spätnächtlichen Kuschelhorrorbad unter hoffentlich vielen Sternen über dem Schiffenensee.

Vive La Lûst, es ist nie zu spät! Lieber jetzt als in Ewigkeit.

Daniel Fontana
TonVerein Bad Bonn

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