BAD BONN KILBI
2.3.4.  6.2017
D E F
FREITAG 2.6
SAMSTAG 3.6
SONNTAG 4.6
FREITAG 2.6
SAMSTAG 3.6
SONNTAG 4.6
FREITAG 2.6
SAMSTAG 3.6
SONNTAG 4.6
FREITAG 2.6
SAMSTAG 3.6
SONNTAG 4.6
FREITAG 2.6
SAMSTAG 3.6
SONNTAG 4.6
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SAMSTAG 3.6
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FREITAG 2.6
SAMSTAG 3.6
SONNTAG 4.6
FREITAG 2.6
SAMSTAG 3.6
SONNTAG 4.6

Editorial

Kurz zur langen Geschichte der Kilbi. Sie begann per Unfall im Jahre 1991, und der Rest ist wahr. Aus sechsundzwanzigerlei Ausgaben hat man die Auswahl. Unsere Sprüche, eine Kilbi, viele musikalische Erlebnisse und wir. Als Wiederholung bieten wir die zusammenhangslosen und unübersetzbaren Sätze. Sie gehören dazu wie die gestauten grünbraunen Wasser unweit des grauen Hauses, wo auch das ganze Jahr die unglaublichsten und musikalischen Dinge passieren. Diese Versprecher, Ungedichte oder Nebensätze werden nun wiederverwertet, wir stecken sie in billige Glückskekse, und stellen sie auf die Theken unserer Lieblingskneipen oder Konzertsäle zwischen Genf und St.Gallen.

Wir können es kaum erwarten bis Stadt- und Landkinder und allerlei ältere und jüngere Musikfans ihre Mode und Säcke an Rindern vorbei schleppen, um während drei Tagen am Schiffenensee über unerlebtem Glück und Menschen die sie noch nicht kannten zu fusionieren. Wir haben unser bestmögliches Booking ausgepackt.

Es wartet viel spannende Musik. Wir haben nicht lange gefackelt, so kreuz und quer wie es geht gebucht und während zahlreichen Selbst- gesprächen und Telefonaten einen möglichen Zeitplan aussortiert. Gegen Scheisse werden wir resistenter, wenn trotzdem was übrigblieb, dann nennen wir es Geschmackssache, was für die Seele oder die Biografie. Wir halten fest an unseren Boutique Festspielen, und verbinden verschiedene Nischen und Musikfans an einem Ort, wo man sich ungestört gestört fühlen darf.

Die 17 ist im Notfall keine schlechte Wahl. Und wir garantieren eine Gute. Wir riskieren, begeben uns ins Niemandsland, und suchen die Musik, die was zu sagen hat, oder einfach originell ist. Die grossen Namen spielen anderswo, hier geht’s an die Schmerzgrenzen.

 

KNOW HOW – SO MIAU
FREITAG 2. JUNI

Wir mögen die Katzen. Sie bleiben immer wie sie sind. Wir geniessen dieses Privileg, und tun es ebenso. Während Verstärker voller Röhren Schönheiten bedröhnen, in den Sinnen die Hymnen von vorher laut tanzen und nachflimmern, wird Düdingen denken wir spinnen, und es stimmt. Aus Spass nicht normal sein und Spuren hinterlassen ist der Auftrag der uns von Musik aus gegeben wurde. Die Beats sind die Tatzen, die Spatzen bleiben grau. Los geht’s per Vollbremsung!

ANGEL OLSEN
Mal war sie mit Bonnie Prince Billy zu Gast, dann überstrahlte sie mit kleiner Band die Sonne. Nun kommt sie wieder, mit neuen Liedern. Sie gibt dem Publikum den Segen. Das Wasser auf dem Gesicht ist nicht aus Regen. Tränen vermischen sich mit Schweiss wie die Klänge aus Tasten, Saiten, Fell oder Blech mit dem Gesang. Plötzlich wird es gewaltig. Es geht um ANGEL OLSEN. Sie ist verrückt. Ihr Folk ist so persönlich.

SLEEP
Sie haben den Stoner Rock vermutlich im Schlaf vorausgeträumt. SLEEP gelten als Inspiration und Vorbilder von Kyuss. Sie haben mit ‚Dopesmoker’ die langsamste Metalplatte der Geschichte aufgenommen. Ein Meisterwerk, und die Vorfreude ist mindestens so gewaltig wie ihr psychedelischer Doom-Metal. SLEEP sind ein Kunstwerk das lebt, sich langsam fortbewegt und unendlich bebt.

JACQUES
Transversaler Techno, so umschreibt sich die Musik von JACQUES. Ein kurliger Typ. Alles ist wunderbar, stellenweise auch ohne Haar. JACQUES attaque! Er komponiert elektronische Musik, und er will Musik wo Normalen und die Komischen zusammen tanzen.

 

MIAU NOW – KATZ GRAU
SAMSTAG 3. JUNI

Die Kilbi ist durch Pop und Pop durch. Ruhestifter haben das Nachsehen. Tag zwei ist Poesie und Antihierarchie. Die Grossen werden immer kleiner und verweigern den andern das Wort. THE MOONLANDINGZ aus dem Rock’n’All und sind hier richtig gestrandet. Wir baden uns in Aus und Braus. Jeder Song hat ein Ende, auch wenn man ihn für immer startet. Es hat auch Platz für’s Nichteinverstanden sein. Los geht es früh nachmittags mit Techno aus Kinshasa. Aus selbst- entworfenen Instrumenten. Schreibmaschinen die Konservendosen perforieren, Nagelbretter die sie als Harfen traitieren. Da wird von Bauch aus gut getanzt. Im Kreis um die gestapelten Lautsprecher.

PRINCESS NOKIA
Mit gewaltigen Beats und selbst- bewussten und wütenden Texten rächt sich die Rapperin PRINCESS NOKIA an der Welt, die sie nie richtig fair behandelte. Sie ist sympathisch und humorvoll und gleichzeitig eine richtige Rebellin. Sie ist der Punk des Hip Hop und die starke
Stimme des Feminismus in der Szene.

OOIOO
Yoshimi P-We ist die japanische Göttin des Noise-Rock. Sie ist eine der Hauptfiguren der Boredoms.
Sie gründete ursprünglich OOIOO als Fakeband für ein Modemagazin, um Ende der Neunziger erstmals als richtige Band im Vorprogramm von Sonic Youth aufzutreten. OOIOO reiten seekranke Rhythmen. Ihre Shows garantieren Spektakel zwischen Prog und Kraut.

THIS IS NOT THIS HEAT
THIS HEAT klangen 1976 wie die Zukunft. Sie tun es immer noch. Es ging ihnen nie ums bekannt werden. Sie stammen aus dem Südlondoner Quartier Brixton. Sie bewegen sich zwischen Krautrock, Musique Concrète und Dub-Reggae. 2001 verstarb Gareth Williams. Die beiden Charles des Trios – Bullen und Hayward – entschieden ihre Band und ihren AvantRock als Ensemble THIS IS NOT THIS HEAT wieder auferstehen zu lassen.

OLIVER COATES
Der Londoner Cellist ist der neue Arthur Russell. Der Virtuose kennt sich auf den Dancefloors ebenso aus wie auf den experimentelleren Seiten des Pop und der Klassik. OLIVER COATES hat mit der Londoner Sinfonietta gespielt, mit Radiohead an ihrem aktuellen Album gearbeitet, mit Mica Levi den Soundtrack «Remain Calm» produziert, und nun lädt er zum Tanz an die Kilbi.

 

GRAU BLAU – BIS BALD
SONNTAG 4. JUNI

Wir malen aus, was uns als Skizze in den Sinn schwimmt. Es ist eigentlich der normalste Tag, und er beginnt verrückter als die ersten zwei. Der Wahnsinn und wir sind im Kantinenzelt. SHOW ME THE BODY – die ultrabrachiale Hardcore Truppe aus New York. Rap, Wut, No-Wave Momente, Avantgarde, Post-Punk, atmosphärische Bluespassagen, Jazzcore-Riffs und hämmernde Bässe. Eine Killermischung! Direkt darauf die beste Schweizer Kraut oder Pop Band. ONE SENTENCE. SUPERVISOR spielen zum Zvieri. Die beste Zeit um zu merken wie gut die sind. Es geht nie darum wer vorher oder was nachher ist. Die Magie entsteht wenn man die Kontrolle verliert.

KING GIZZARD AND THE LIZARD WIZARD sind eine Killerglamtruppe aus Melbourne. Die zwei Schlagzeuger jagen die Klapperschlange in Begleitung der Gitarrenarmada über die Felder. Es dröhnt und poltert und hypnotisiert. Seit neustem sind sie auf dem orientalischen Erkundungs-Trip.

ANNA MEREDITH
Der Einbruch der Nacht, der Sonnenuntergang gehört Anna Meredith, die bereits für viel Aufsehen in der Composer-und Electro-Szene sorgte. Bei der Britin treffen avantgardistische Orchesterklänge auf wummernde Beats und glasklaren Pop-Gesang. Das passt nur schwer in eine Schublade, klingt dafür umso besser. Alles wird wild!

WEYES BLOOD
Kalifornische Schönheit mit Federn im Haar und Gold auf den Stimmbändern, die einem nahe gehen kann, die einen aber voller Zuneigung umarmt, in der aber auch ein leichter Schmerz mitschwingt. Ein schöner Moment von Einsamkeit inmitten von vielen Menschen. Probiert es aus. WEYES BLOOD was da noch alles kommt.

GAIKA
Ein unerschrockener Typ aus Bristol. Er ist mit Akademikern und Mördern aufgewachsen. Er mag es zu experimentieren. Aber vor allem will er Groove, und dass die Leute tanzen. Grime-, Trap- und Dance-Hall-Elemente vermengt Gaika mit düster-sphärischen Elektronikklängen und unterlegt die Songs mit einer Stimme, die singt, rappt, trappt und sich vom feinen britischen Englisch entfernt.

EXOTRICK
Wo sind die Risse, wo kommt die Verrücktheit rein? Gerne eine ordent- liche Portion in Form von Küssen zu Beginn. INFINITIE BISOUS ist Rory McCarthy. Er lebt in Paris. Spielte an der Kilbi mit Connan Mockasin. Er mag Lo-Fi. Ihm gefällt bizarre japanische Popmusik. Das spürt man. Die Dänin PUCE MARY. Gänsehaut und Panikattacken sind garantiert. Hall, Schreie, Verzerrungen, Synthies, Zeitlupe sind Programm. Die Konzerte der MANDOLIN SISTERS sind ein Trip. Sie gehen in Trance. Sie experimentieren über klassischen Ragas und traditioneller südindischer Musik.

SICK OF IT ALPS
Spielen ist wichtiger als Schreiben. Das gilt für Kinder und für unsere Bands um unsere Berge. Bei den Einheimischen, da wollen wir uns ein bisschen einmischen, alles ein wenig aufmischen. Gute Zeiten und schlechte Zeiten zum Auftreten anbieten. Manchmal sind die Guten schlecht oder umgekehrt auch gerecht. In einem vernünftigen Rahmen darf auch mal die Vernunft verloren gegangen werden. Rund um die Geisterstunde des Eröffnungsabends ist die Beziehung LORD KESSELI & THE DRUMS an der Reihe. Die beiden lassen ihre Fans im Dunst der Räucherstäbchen einen halben Meter über dem Boden zu Indie-Psychedelia in Zeitlupe schweben. Wir sind überzeugt, ihr werdet sie adoptieren.

Der Strobo-Rave von PURE MANIA lädt ein die Orientierung zu verschenken. Ihr Psycho-Splitter-Core ist nichts für schwache Nerven. Un truc de fou. Denkt da überhaupt noch was?

Oder die Performance von BÖSE WICHT AND HIS BÖSE MONSTERS. Ist das Kirchenmusik? Oder bin ich im Sexkino? Fragen ohne Grenzen. Kunst zu verschenken.

Die Kompromisslosigkeit des Luzerner Trios SCHNELLERTOLLERMEIER auf der grossen Bühne wird wirken. Da weiss man erst was man gehört hat, wenn man versucht darüber zu reden.

You are the Fribourg version! Hier in der Gegend die Grössten. Wir haben nicht vergessen wie Du klingst. Wir wissen wie Du aussiehst. Wir mögen was Du trinkst. PANDOUR! Inspieriert von Jazz, Kraut oder Afro-Funk. Sie verkünden eine Überraschung.

 

ESOTERIK

Die Kilbi ist ein bewegliches Ziel. Wenn Du meinst es erreicht und verstanden zu haben, sind wir musikalisch bereits wieder anderswo. Erneuerungen kratzen uns nicht. Wir folgen den Spuren ins Nirgendwo. Wir machen weiterhin alles so gerne es geht. Und denken wir daran: In der Kultur geht es nicht um Leben oder Tod.

Es geht nicht um Optimierung. Das Unwichtige, die schönen Nebensachen zählen. In einem Zelt bei einem Chai Tee, einem Gespräch via What’s App und Strom, läuft ein Experiment unter dem Titel digitale Meditation. Wir sind selber sehr neugierig.

Von der Kilbi braucht ihr nicht viel oder gar nichts zu wissen. Man muss sie einfach gern haben. Sonst kann sie zu einem zähen Brocken werden. Wenn ihr Auskunft sucht, so meldet euch bei irgend jemandem aus unserer grossartigen Frau- und Mannschaft.

Un, deux, crois, pas! Wer an der Kilbi 2017 einen Fehler findet darf ihn behalten.

Support your local Virus. Wir hoffen auf die Zukunft und elektronische Katzen, die auf abgerockten Sofas schnurren.

Wir wünschen hellgenehme Erlebungen in dunkelschön.

Macht es einfach bunt! All you need is Dorf.Com!

Wir freuen uns. Herzlich willkommen.

Tonverein Bad Bonn

Daniel Fontana